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Die Frage, warum ich mich bei Miss Germany beworben habe, ist die wohl meist gestellte Frage meines Lebens. Doch zu Recht wird sie mir so oft gestellt.

Ich bin nun wirklich nicht der Typ, der sich für das Thema Schönheitswettbewerb interessieren würde. Nicht, weil ich eine verachtende Einstellung dazu beziehe, im Gegenteil: ich glaube, dass wir Frauen berechtigt sind, mit unserem Körper, Kopf und Wesen all das zu machen, was wir für richtig halten. Ich selbst habe über 15 Jahre lang als Model gearbeitet und habe mir damit meinen Weg durch die Weltgeschichte finanziert, dich ich auf keinen Fall missen möchte.

Doch die Frage nach meiner Teilnahme ist berechtigt, weil ich mit 35 Jahren wohl nicht in das klassische Bewerbungsbild passe. Tatsächlich bin ich über meine beste Freundin Doreen Schumacher in die Sache “reingerutscht”. Doreen wurde zufälligerweise von der Miss Germany Corporation (MGC) angeheuert, um die authentische Frau der neuen Ära in der neu gestalteten Kampagne des letzten Jahres zu repräsentieren. Zusammen mit drei weiteren Powerfrauen stand Doreen für die Relaunch-Kampagne im Juli 2019 vor der Kamera. Sie erzählte mir von ihrer Erfahrung und von einem längeren Gespräch, welches sie mit Max Klemmer, einer der Geschäftsführer der MGC, über das neue Konzept führte. Dieses Gespräch überzeugte sie so sehr, dass sie mich danach gleich anrief, um mich zu meiner Bewerbung anzustiften. Ich fand den Vorschlag amüsant, nahm ihn aber erst nicht sonderlich ernst.

Letzten Sommer bewarb ich mich zu meiner eigenen Überraschung dann tatsächlich sogar. Ich hatte meinen Sohn gerade in die Kita gebracht und wollte auf dem Nachhauseweg noch einmal kurz in die Kieler Förde springen. Als ich in meinem nassen Badeanzug auf dem Strand lag und mal wieder etwas zu viel Zeit auf Instagram verplemperte, stieß ich über Doreen’s Profil auf das der Miss Germany Corporation. Ganz spontan beschloss ich, mich in diesem Moment zu bewerben. Das Salzwasser tropfte mir über meine Nase auf den Bildschirm meines Telefons und meine Spieglung auf dem Glas erschwerten mir den sonst sehr einfachen Prozess der Online-Bewerbung. Ich schickte meine Bewerbung ab und dachte mir nicht viel zu all dem.

Als die Zusage zu den Live Experiences nach ein paar Wochen auf einmal kam, wurde ich mir den Ernst meiner Bewerbung bewusst. Ab dem Punkt sah ich das Potential meiner Bewerbung als Botschaft für Frauen, ganz und gar dem nachzugehen, was uns verunsichert, uns fordert, vielleicht auf den ersten Blick nicht zu uns passt und dem eine Chance zu geben, welches oftmals durch Vorurteile belastet erscheint. Erst wenn wir uns aus unserer Komfortzone trauen, öffnen wir auch unseren Horizont und somit unser Potential.

Der ganz Prozess des Personality Camps hat mich als “Alter Hase” positiv überrascht: die Workshops,  die Freundschaften, die Erkenntnisse, die Lehren, der Wachstum… Ich fühlte mich durch die Erfahrung bereichert und gefordert.

Nun bin ich mehr oder weniger “aus Versehen” Miss Germany 2020 geworden. Doch ich sehe mich nicht als Siegerin. Ich stehe für alle starken, authentischen und unkonventionellen Frauen, die wissen, dass es nie zu spät ist, sich etwas ganz Neues, ganz Grosses zu trauen. Bist du eine von ihnen?

 

x Leonie

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