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„NEIN zu Gewalt an Frauen“

Leider gehört körperliche und seelische Gewalt zum Alltag vieler Frauen weltweit. Häusliche Gewalt ist nicht nur ein Problem, welches die Opfer betrifft, sondern es ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, auf das aufmerksam gemacht werden muss. Am 25. November ist daher der Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, um auf den Missstand aufmerksam zu machen. 

Definition

Bevor wir jedoch zu den Fakten überschreiten, wollen wir die Begrifflichkeiten in einen Rahmen setzen, damit ihr auch eine klare Definition habt.

Die Europäische Union definiert Gewalt gegen Frauen in der 2011 verabschiedeten „Istanbul Konvention“ wie folgt:

„als eine Menschenrechtsverletzung und eine Form der Diskriminierung der Frau verstanden und bezeichnet alle Handlungen geschlechtsspezifischer Gewalt, die zu körperlichen, sexuellen, psychischen oder wirtschaftlichen Schäden oder Leiden bei Frauen führen oder führen können, einschließlich der Androhung solcher Handlungen, der Nötigung oder der willkürlichen Freiheitsentziehung, sei es im öffentlichen oder privaten Leben;

„Häusliche Gewalt“ [bezeichnet] alle Handlungen körperlicher, sexueller, psychischer oder wirtschaftlicher Gewalt, die innerhalb der Familie oder des Haushalts oder zwischen früheren oder derzeitigen Eheleuten oder Partnerinnen beziehungsweise Partnern vorkommen, unabhängig davon, ob der Täter beziehungsweise die Täterin denselben Wohnsitz wie das Opfer hat oder hatte.“

Die Lage

In Deutschland ist jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben ein Opfer von physischer und/oder sexualisierter Gewalt. Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt durch den aktuellen oder früheren Partner wird ungefähr jede vierte Frau. Egal in welcher sozialen Schicht – Gewalt gegenüber Frauen hat viele Gesichter und zählt leider für viele Frauen zu ihrer Geschichte. Es wird davon ausgegangen, dass die Zahlen aufgrund der Corona-Pandemie erheblich steigen. 2019 gab das Bundeskriminalamt fast 141.792 Fälle von häuslicher Gewalt/Partnerschaftsgewalt an. Vermutlich ist die Dunkelziffer jedoch deutlich höher. So konnte beispielsweise festgestellt werden, dass in Berlin im Vergleich vom Juni 2019 zum Juni 2020 30 % mehr Fälle von häuslicher Gewalt zu verzeichnen waren.

Neben der körperlichen Gewalt kann auch die emotionale und psychische Gewalt erhebliche Risiken auf die Gesundheit haben. 

Folgen

Die Grausamkeiten hören oft nicht mit der Gewalt auf, die die Frauen erleben müssen, denn viele Frauen sind auch nach der Misshandlung in einem Alarmzustand. Frauen, die sich in einer Misshandlungssituation befanden, äußerten oft, dass sie sich nicht mehr sicher fühlen. Zu den häufigsten psychischen Auswirkungen gehören daher Depressionen, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Alpträume oder aber Überspanntheit gepaart mit Erschöpfung. 

Betroffene erleben häufig eine Störung ihres Selbstbildes, ihres Gefühlslebens sowie ihres Selbstwertes. Selbstverständlich gibt es noch viele weitere Folgen, die nicht außer Acht gelassen werden sollten.

Der internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Seit 1981 organisieren verschiedene Organisationen, darunter auch TERRE DES FEMMES am 25. November ein Event, bei dem auf dieses Thema aufmerksam gemacht wird. Die Einhaltung der Menschenrechte gegenüber Frauen und Mädchen werden hierbei besonders stark thematisiert. Seit 1999 wurde der 25. November offiziell von den Vereinten Nationen zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen ernannt. 

Hintergrund für diesen Tag waren unter anderem die Schwestern Mirabal, die 1960 als dominikanische Regimegegnerinnen nach mehreren vorangegangenen Verhaftungen verschleppt und schließlich ermordet wurden. Sie stellten sich gegen das diktatorische Regime von Rafael Trujillo. Daraufhin wurde ein Treffen lateinamerikanischer und karibischer Feministen und Feministinnen an diesem Tag zum Gedenktag der Opfer von Gewalt an Frauen ausgerufen (Dia Internacional de la No Violencia Contra la Mujer). 

Schutzmaßnahmen

Der Bundestag hat im Juni 2016 das deutsche Sexualstrafrecht reformiert. Wer sich demnach erkennbar über den Willen des Opfers hinwegsetzt, macht sich der Vergewaltigung im strafrechtlichen Sinne nach Paragraf 177 StGB schuldig. Demzufolge besteht also nicht erst dann eine Straftat, wenn der Sex durch Gewalt oder Gewaltandrohung erzwungen wird.  

Neben dem dem gesetzlichen Schutz gibt es 350 Frauenhäuser in Deutschland zur Unterstützung.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat die Initiative “Stärker als Gewalt” gegründet, um auf die Problematik aufmerksam zu machen. “Gewalt ist allgegenwärtig: Zuhause, auf der Arbeit, im Netz. Manchmal könnte man sie fast übersehen, aber nur fast. Gewalt gegen Frauen geht uns an.” 

Auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich in einem Video an die Nation zu dieser Thematik.

Was tun?

Zunächst sei erst einmal gesagt, dass es wichtig ist, über die Thematik zu sprechen, denn nur so wird ein Bewusstsein hierfür geschaffen. 

Wenn jemand in deinem Umfeld, sei es im Bekanntenkreis oder aber eine unbekannte Person, betroffen ist, schaue niemals weg! 

Es wird empfohlen, sich zunächst einmal zu informieren. Stellt der betroffenen Person Informationen zur Verfügung und hört vor allem zu. Erwartet keine schnellen Resultate, denn häufig lähmt eine Misshandlung. Achtet auf die Grenzen eures Gegenübers und sucht keinerlei Konfrontation mit dem Täter

Falls ihr Opfer von häuslicher Gewalt sein solltet, dann gibt es diverse Hilfestellung und Angebote:

  • Frauenberatungsstellen, Frauenhäuser (Frauenhauskoordinierung: www.frauenhauskoordinierung.de, bff: www.frauen-gegen-gewalt.de)
  • Hilfetelefon “Gewalt gegen Frauen” rund um die Uhr, anonym, kostenlos: 08000 116 016
  • Opferhilfeorganisationen, z. B. WEISSER RING e.V. (www.weisser-ring.de oder über das Opfertelefon des Weissen Ring e.V. unter Tel.: 116 006)
  • Opferschutzbeauftragte der Polizei
  • Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 0800 111 0111 oder 0800 111 0222.

 

Gemeinsam sind wir stärker als Gewalt!

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