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Unabhängig sein

Abhängigkeit ist ein Thema, das viele Frauen auch heute noch im Alltag begleitet. Früher war es vollkommen normal, dass die Frau erst von ihren Eltern und später von ihrem Mann abhängig war. Das galt auch, aber nicht nur, im finanziellen Sinn. Ihr wurde gesagt, was sie tun soll und nicht tun darf. Wenn sie alleine etwas unternehmen wollte, musste sie um Erlaubnis bitten. Mit etwas Glück, wurde sie von einem Mann dorthin gefahren. Wenn sie Geld wollte, musste sie danach fragen, vielleicht sogar regelrecht betteln. Glücklicherweise gehören diese Zeiten zumindest in unserem Kulturkreis mittlerweile der Vergangenheit an. Von einer absoluten Gleichberechtigung kann zwar in vielen Lebensbereichen noch nicht die Rede sein, Stichwort „Gender Pay Gap“, doch die Entwicklung geht zumindest in die richtige Richtung. Das bedeutet für dich ein freies Leben – allerdings nur, wenn du diese (finanzielle) Unabhängigkeit nicht freiwillig aufgibst, wie so viele Frauen.

Unabhängig sein – was bedeutet das?

Freiheit, Unabhängigkeit, Selbstbestimmung…es gibt viele Begriffe, die denselben Wunsch beschreiben. Den Wunsch einer Frau, eben genau das tun zu können, was sie will, wann sie will oder mit wem sie will. Einen eigenen Führerschein haben, ein eigenes Einkommen, ein eigenes Haus; all das und noch viel mehr war lange Zeit für Frauen in Deutschland undenkbar. Auch Themen wie die sexuelle Freiheit oder eine Karriere als Frau sind relativ neue Gebilde, die noch für unsere Großelternegenerationen in weiter Ferne lagen. Moderne Frauen sind unabhängig, so jedenfalls ist das Idealbild. Das bedeutet: Sie können selbst über ihr Leben entscheiden und übernehmen auch selbst die Verantwortung dafür. Die Ironie an der Sache ist, dass viele Frauen dieses Privileg gar nicht zu schätzen wissen. Ein Privileg, nach dem sich über Jahrtausende hinweg unzählige Frauen gesehnt haben. Viele tun das noch immer.

Das Paradoxon der Freiheit

Eine Frau, die hingegen diese neue Freiheit hat, scheint damit oftmals überfordert zu sein. Zu sehr sind noch alte Rollenverteilungen oder Werte in den Köpfen und damit auch in der Erziehung von Mädchen verankert. Das Resultat sind erwachsene Frauen, die sich keine Unabhängigkeit zutrauen. Sie leiden beispielsweise unter Minderwertigkeitskomplexen oder Ängsten. Diese kommen zwar auch bei Männern vor und natürlich gibt es mindestens ebenso viele Frauen, die absolut unabhängig und lebenstüchtig sind. Doch eine überraschend hohe Zahl der modernen Frauen begeben sich heutzutage freiwillig in eine Abhängigkeit. Sie haben Angst vor der Verantwortung für ihr eigenes Leben. Lieber verlassen sie sich daher eben doch auf den Vater, Ehemann & Co. Dieser ist jedoch nicht der richtige Weg. Stattdessen gilt es, diese Unsicherheiten und Ängste zu überwinden, um in die neue Verantwortung hineinzuwachsen und seinen eigenen Töchtern eines Tages ein gutes Vorbild zu sein.

Welche Rolle spielen die Finanzen?

Geld spielt dabei eine wichtige Rolle. Denn Geld ist Macht. Leider ist das in der modernen Gesellschaft unumgänglich. Wer also unabhängig sein möchte, muss auch – aber nicht nur – finanziell unabhängig(er) werden. Nicht ohne Grund durften Frauen früher kein eigenes Konto eröffnen und kein eigenes Geld verdienen, zumindest nicht ohne Genehmigung durch den männlichen Vormund. Umso wichtiger ist es, diese Möglichkeiten heutzutage als Chance zu verstehen und zu nutzen. Wenn du nämlich dein eigenes Geld verdienst und verwaltest, wirst du niemals in einer unglücklichen Beziehung bleiben, weil du nicht auf eigenen Beinen stehen kannst. Du wirst dich niemals von einem Chef schikanieren lassen, weil du das Geld brauchst. Du wirst niemals zum Amt rennen und um Geld für dich oder deine Kinder betteln müssen. Geld kann also zwar kein Glück kaufen, aber es kann dir Unabhängigkeit kaufen, zumindest zu einem gewissen Grad. Wichtig ist daher, dass du schon früh lernst, richtig mit deinem Geld umzugehen – und dass du deine finanzielle Freiheit niemals aufgibst, auch nicht in einer Ehe oder aus anderen Gründen.

(Mehr) Geld sparen im Alltag

Das bedeutet nicht, dass du nicht heiraten darfst. Durchaus ist es möglich, auch in einer Ehe die Finanzen zu trennen oder dich durch einen Ehevertrag für den Fall der Fälle abzusichern. Wichtig ist einfach, deine Finanzen im Blick zu behalten und für dich einzustehen, sei es bei Gehaltsverhandlungen, beim Ehevertrag oder in ähnlichen Situationen. Selbst, wenn du nicht allzu viel Geld verdienst, ist es wichtig, dir ein gewisses finanzielles Polster anzusparen – sozusagen das „Polster der Unabhängigkeit“. Ein Notgroschen also, der dich dazu befähigt, zur Not jederzeit deine Sachen zu packen und irgendwo neu anzufangen; eben unabhängig von allem und jedem. Oft ist das schon durch kleine Gewohnheitsänderungen im Alltag möglich. Wenn du also zu (mehr) finanzieller Unabhängigkeit kommen willst, sind folgende Punkte der richtige Anfang:

Schritt 1: Der Job und das Gehalt

Erst einmal brauchst du natürlich ein eigenes Einkommen. Bildung ist daher für jede Frau eine wichtige Grundlage, um unabhängig zu sein. Glücklicherweise kannst du bei Bedarf jederzeit deinen Schulabschluss nachholen, eine Umschulung oder Weiterbildung machen, eben doch noch studieren oder dich auf andere Art und Weise beruflich in die gewünschte Richtung entwickeln. Wichtig ist zudem, dich nicht unter Wert zu verkaufen. Such dir einen Job, der dich fordert, aber nicht überfordert. Am besten genießt du Aufstiegschancen und trittst bei der Bewerbung selbstbewusst genug auf, um ein gutes Einstiegsgehalt auszuhandeln. Anschließend gilt es, in deinem Job regelmäßig eine Gehaltserhöhung einzufordern. Viele Frauen trauen sich schlichtweg nicht oder treten nicht forsch genug auf, wodurch sie unter Umständen eine Menge Geld einbüßen. Als Faustregel gilt daher: Alle ein bis zwei Jahre ist es an der Zeit für eine Gehaltsverhandlung.

Schritt 2: Das Haushaltsbuch

Die Höhe der Einnahmen alleine macht aber noch keinen Reichtum. Stattdessen kommt es auf die Ausgaben an, wie viel vom Geld am Ende des Monats übrig bleibt. Ein Haushaltsbuch kann dir dabei helfen, den Überblick zu behalten. Das empfiehlt sich vor allem an Anfang, wenn du das erste Mal auf eigenen Beinen stehst, aber auch vor beziehungsweise bei finanziellen Veränderungen wie einem neuen Job oder dem Kauf einer Wohnung. Liste daher alle Einnahmen sowie Ausgaben auf. In der Gegenüberstellung siehst du dann schnell, ob dein Einkommen für die Lebenshaltung ausreicht.

Schritt 3: Das Sparen

Wenn nicht, so hast du zwei Möglichkeiten: Du kannst deine Einnahmen erhöhen, beispielsweise durch einen Nebenjob. Einfacher ist es aber erst einmal, auf der Ausgabenseite zu sparen. Das ist auch sinnvoll, wenn du mit dem Geld eigentlich gut über die Runden kommt. Denn einige Kostenpunkte lassen sich immer vermeiden und so kannst du deine Finanzen optimieren, um mehr zu sparen und somit unabhängiger zu werden. Unnötige Kosten stecken beispielsweise oft in laufenden Verträgen, sei es für dein Handy oder das Fitnessstudio, in das du nie gehst. Prüf also, welche Verträge du kündigen kannst und bei welchen es vielleicht eine günstigere Alternative gibt. Auch ein Wechsel ist oftmals möglich, beispielsweise eben beim Smartphone Tarif, und spart einige Euro pro Monat. Unterm Strich, kommst du mit solchen kleinen Maßnahmen oft auf eine gehörige Summe, die du pro Jahr zusätzlich einsparst.

Schritt 4: Die Altersvorsorge

Dieses Geld musst du dann aber natürlich auch richtig anlegen, damit du eben nicht nur jetzt unabhängig(er) wirst, sondern auch in Zukunft bleibst. Die Altersvorsorge ist hierbei ein wichtiges Thema, vor allem für Frauen, die nach wie vor überdurchschnittlich oft in der Altersarmut landen. Sichere dir daher eine individuelle Altersvorsorge, sei es durch eine private Rente, durch Immobilien, ETFs, andere Strategien oder ihre Kombination. Das „Wie“ ist schlussendlich egal und diesbezüglich kannst du deinen eigenen Weg finden. Wichtig ist aber, dass du dich frühzeitig um deine Unabhängigkeit im Alter kümmerst.

Schritt 5: Die Absicherung

Last but not least, ist auch die Absicherung gegen andere Eventualitäten wie eine Berufsunfähigkeit oder eine Scheidung wichtig. Situationen, die oft zu finanziellen Veränderungen im negativen Sinn führen und dich somit deine Unabhängigkeit kosten können. Es ist daher wichtig, dich auch diesbezüglich unabhängig von deinem Arbeitgeber, Ehemann & Co abzusichern, beispielsweise durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder einen Ehevertrag. Dich mit dem Thema der Finanzen auszukennen und für dich einzustehen, ist daher eine der wichtigsten Lektionen für jede unabhängige Frau – oder jene, die es werden wollen.

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