#schärpeträgtwerbewegt

THE HER*STORY of MISS GERMANY

100 Jahre Geschichte – 100 Jahre Plattform für die Sichtbarkeit von Frauen. Miss Germany – ein Mix aus Unterhaltungs- und Werbeprodukt sowie Nationalsymbol begeht ein Jahrhundertjubiläum und feiert am 01.07.22 einen weiteren unternehmerischen Meilenstein. Grund genug, sich vor dem Ehrentag einmal die Existenzfrage zu stellen und auf die historische Entwicklung des ehemaligen Schönheitswettbewerbs vor dem Hintergrund politischer, wirtschaftlicher und kultureller Veränderungen in Deutschland im 20. Jahrhundert zu schauen.

Miss Germany 2022 - Domitila Barros

Die Wahl zur Miss Germany ist wie die Frauen, die diesen traditionsreichen Wettbewerb geformt haben, ein Beweis der Zeiten- und Generationswende. Der einstige Talent-Wettbewerb hat sich zu einer Female Empowerment-Plattform für die Stimmen der Gegenwart entwickelt und bietet heute jungen Zukunftsmacherinnen die Chance, die gesellschaftlich großen Fragen zu stellen. Während im globalen Vergleich noch für „Weltfrieden“ geworben und Vaseline auf die Zähne geschmiert wird, hat das Unternehmen Laufsteg und Krone durch Mission & Megafon ersetzt.

Unser Konzept

Eine bewegende Geschichte

Der Weg dorthin ist geprägt durch ein geschichtliches Auf und Ab um die Misswahl. Ein Spiegelbild der deutschen Geschichte und beredtes Zeugnis des öffentlichen Frauenbildes und der Stellung der Frau in der Gesellschaft. Von der ersten Schönheitskonkurrenz 1909 im Kaiserreich über das Misswahl-Fieber der Weimarer Republik bis zum Verbot des Wettbewerbs in der Nazi-Zeit. Nach 1945 in den Westzonen wiederbelebt werden die Miss-Germany-Wahlen in der Bundesrepublik zum gesellschaftlichen Ereignis der Wirtschaftswunderzeit. In der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR bleiben sie bis zur Zeit von Glasnost und Perestroika verboten.

Feministische Kritik der Frauenbewegung und Skandale um Wahlschiebung und Geschäftemacherei der Veranstalter prägen in den siebziger und achtziger Jahren das Miss-Germany-Bild in der bundesrepublikanischen Öffentlichkeit. Mit der Wiedervereinigung wurde 1990 nach 57 Jahren erstmals wieder eine gesamtdeutsche Miss Germany gekrönt.

1999 erfolgt, mittlerweile unter neuer Geschäftsleitung der Familie Klemmer, die Gründung der MISS GERMANY CORPORATION. Durch die Eintragung des Markennamens beim europäischen Markenamt versiegelt das Familienunternehmen das alleinige Nutzungsrecht des Titels unter einem Dach und wendet Korruption um den Talent-Wettbewerb durch andere Veranstalter ab. Startschuss, nicht nur für eine Unternehmenswende.

Gegründet vom feingeistigen Showmacher und Talent-Manager Horst Klemmer, weitergegeben an den Geschäftsmann und Sohn Ralf bis hin zum Enkel, Visionär und Feministen Max Klemmer, spiegelt jeder der drei Männer eine andere Haltung und Wahrnehmung auf das Frauenbild ihrer Zeit wider.

Miss Germany 1997

Während zur Zeit von Horst und Ralf Klemmer der Fokus auf ästhetische Präsentation des deutschen Fräuleinwunders gelegt wird, ebnet der Eintritt des Enkels Max in die Geschäftsführung 2014 den Perspektivwechsel. Als Vertreter einer neuen Generation werden die Indikatoren des Schönheitswettbewerbes erstmals in Frage gestellt. Als sich Horst Klemmer 2017 als Gesellschafter und aus der Geschäftsführung verabschiedet und dem Enkel seine Geschäftsanteile übergibt, folgen bereits 2018 & 19 radikale Veränderungen im bestehenden Show-Konzept. Erstmalig dürfen auch Frauen, die nicht ledig sind, und Mütter am Wettbewerb teilnehmen. Die Abschaffung des Laufstegwalks im Bikini ist das letzte große Relikt, das der Reformation bis zum Gesamtkonzeptwandel 2020 weicht. Der Talent-Wettbewerb entwickelt sich mehr und mehr zu einer Bewegung und Plattform für Female Empowerment und wird zum zeitgemäßen Vorbild.

Vanessa Prinz, Domitila Barros und Katharina Rybowski

Ein neues Zeitalter

2022 schaut das Unternehmen sowohl auf eine reichhaltige Geschichte und Erfolge als auch auf Herausforderungen und Gegenwehr zurück. Max Klemmer und sein Team haben in den letzten drei Jahren ein Mammutprojekt umgesetzt und den einstigen Schönheitswettbewerb in eine Plattform für Gleichstellung und Dialog entwickelt. Das macht sie im globalen Vergleich zum First Mover einer Bewegung, aber auch anfällig für Kritik und Unglauben gegenüber der ehrwürdigen Mission.

Heute legt das Unternehmen seine Werte nicht nur auf Transparenz und Aufklärung beim Thema Gleichstellung, sondern deckt auch Missstände um das vorherrschende Frauenbild in der Gesellschaft auf. Die Geschichte des Unternehmens ist ein Vorbild für den Kurswechsel und Chance, aus der Vergangenheit zu lernen. Der Enkel des Show-Machers Horst Klemmer hat mit seiner Vision von einer Networking-Plattform Frauen, die ihrer Stimme Gehör verleihen wollen eine Chance gegeben. Das Vorbild dafür fand er nicht nur in der Geschichte, sondern auch in den Lehren seiner Familie.

Als 1927 Hildegard Kwandt als erste Teilnehmerin den Titel „Miss Germany“ gewann, ebnete sie damit vielen Frauen den Weg zu einer Karriere. Die Familie Klemmer und insbesondere Max Klemmer haben die geschichtlichen Vorbilder um das Frauenbild extrahiert und zur Ausrichtung der Unternehmensmission gemacht.

Am 01.07.2022 übernimmt Max Klemmer die Geschäftsführung und wird die Vision seiner Familie und der Frauen vorantreiben, FEMALE EMPOWERMENT in der Gesellschaft fest zu verankern. Wissentlich um die Verantwortung, die seine Mission mit sich bringt, hält der Jungunternehmer konsequent und beharrlich an seinen Idealen fest. Dabei steht an seiner Seite ein überwiegend weibliches Team, das dieselben Werte verkörpert und ihn daran erinnert, dass diese Arbeit ein notwendiger Akt der Balance ist.

Für eine Welt, in der Gleichstellung keine Fiktion, sondern Fakt ist!