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Fortschritte in der Gleichstellung

Gleichberechtigung leitet sich von der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 ab und besagt, dass alle Menschen frei und gleich an Würde und Rechten geboren werden. Zu den Grundsäulen der Demokratie zählt die Gleichberechtigung. Gleichberechtigung bedeutet aber auf keinen Fall, dass alle Menschen gleich sein müssen, sondern vielmehr, dass egal welches Geschlecht, Ethnie, Hautfarbe, Sprache, Religion, Meinung, Nation, sozialem Status, Eigentum oder anderen Gründen, alle Menschen gleich zu behandeln sind. 

In Deutschland gilt laut Gesetz die Gleichberechtigung der Geschlechter, denn im Mai 1957 verabschiedete der Deutsche Bundestag das Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechts, welches daraufhin am 1. Juli 1958 in Kraft trat. Der Artikel 3 des Grundgesetzes besagt, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind – sowohl Männer als auch Frauen. In den darauffolgenden Jahren gab es viele weitere Anpassungen in den Gesetzestexten, um die Gleichstellung in allen Bereichen voranzutreiben. So wurde 1968 das Mutterschutzgesetz eingeführt. 1980 erfolgte ein Beschluss zum Gesetz über die Gleichbehandlung von Männern und Frauen am Arbeitsplatz. Allerdings wurde beispielsweise erst 1996 beschlossen, dass eine Vergewaltigung in der Ehe strafbar ist. Aber nicht nur diese Gesetze fördern fortan die Gleichstellung – es gibt viele weitere Gesetze, die dies sicherstellen sollen. Auch in den Institutionen des Bundesamts wurde hinsichtlich der Gleichstellung umstrukturiert und Abteilungen neu gegründet: 1987 nimmt die neu gegründete Abteilung für Frauenpolitik im Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit die Arbeit auf. Frauenbeauftragte werden in der Hauptstelle der Bundesanstalt für Arbeit und in den Landesarbeitsämtern angestellt. 

Auch wenn die Geschlechter laut Gesetz gleichgestellt sind, bleibt die Frage, ob es in der Realität ebenfalls so aussieht. 

Obwohl die strukturellen Rahmenbedingungen eine Gleichberechtigung der Geschlechter festlegen, empfinden viele Frauen einen eklatanten Widerspruch zur Realität.

Besonders was den Gehaltsunterschied zwischen den Geschlechtern angeht, wird deutlich, dass es noch erhebliche Unterschiede gibt. Der Gender Pay Gap, also die Differenz des durch­schnitt­lichen Brut­to­stun­den­ver­dienstes (ohne Sonderzahlungen), beträgt derzeit rund 18 % – bedeutet, dass Frauen im Durchschnitt 18 % weniger verdienen als Männer. 

Besonders in den Bereichen bei denen es um Status, Geld und Verantwortung geht, gibt es keine Ausgewogenheit der Geschlechter. Und das, obwohl die Bevölkerung zu 50 % weiblich ist. Beispielsweise gab es 2019 nur einen Anteil von 14,7 % Frauen in den Dax-30-Unternehmen.

Natürlich gibt es seither vielerlei positive Veränderungen in die richtige Richtung. Frauen erhalten beispielsweise Förderungen wie nie zuvor und das Bundesamt senkte die Mehrwertsteuer für Hygieneprodukte für menstruierende Personen von 18 % auf 7 %. Zudem ist die aktuelle Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland eine Frau. Tagtäglich arbeiten Frauen daran, alte Rollenklischees zu überdenken und zu formen.

Es gibt noch einiges, was getan werden muss, damit Männer und Frauen nicht nur in Deutschland, sondern weltweit dieselben Chancen und Möglichkeiten haben. Wir können alle im Alltag daran arbeiten, dass die Geschlechter gleichgestellt sind – nicht nur vor dem Gesetz, sondern auch im Alltag. 

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