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Ein historisches Spektakel erzählt von Frauenpower und der Wahl der ersten schwarzen Miss World

„Die Misswahl. Der Beginn einer Revolution“ – unter der Regie von Philippa Lowthorpe verfilmt – basiert der Film auf einer wahren Begebenheit und ist seit dem 01.10.2020 auch in den Kinos in Deutschland zu sehen. Der Film erzählt die Geschichten von verschiedenen Frauen, die ihren eigenen und individuellen Weg gehen, zusammen aber ein ähnliches Ziel verfolgen:  Sie setzen sich im Jahr 1970 für eine Welt ein, in der Frauen die gleichen Rechte wie Männer haben und nicht mehr unterdrückt oder in ihren Freiheiten eingeschränkt werden. Die Wege der verschiedenen Frauen kreuzen sich bei der der Miss World Show, die 1970 zum 20. Mal in London stattfindet. Ein Wettbewerb, bei dem Frauen aus verschiedenen Ländern in Bezug auf ihr Aussehen gegeneinander konkurrieren.

„Wir müssen eine Sprache finden, in der wir die Ungerechtigkeit beschreiben können, für die wir bisher keine Worte fanden.“

Generell setzt sich der Film aus zwei verschiedenen Handlungssträngen zusammen. Zum einen erzählt er, wie bereits erwähnt, von der Miss World Show 2020, der Geschichte und dem Weg von Jennifer Hosten zur ersten schwarzen Miss World und zum anderen von Sally Alexander (Keira Knightley), Aktivistin und Sprecherin des Women’s Liberation Movement. 

Das Women’s Liberation Movement ist eine Gemeinschaft von Frauen, die sich gemeinsam gegen die Diskriminierung und Unterdrückung des weiblichen Geschlechts und für die Rechte von Frauen einsetzen. Sie planen daher durch eine spektakuläre Protestaktion während des Finales der Miss World auf sich und ihre Ziele aufmerksam machen. 

Sally Alexander, geschieden und Mutter einer kleinen Tochter, lebt gemeinsam mit ihrem Freund und ihrer Tochter bei ihrer Mutter in London. Sie entschließt sich dazu ein Zweitstudium zu beginnen, um das bestehende gesellschaftliche Verständnis der Geschlechterrollen aufzubrechen und Frauen sowie ihrer Tochter eine bessere und gerechte Zukunft zu ermöglichen. Bei einem Vortrag trifft Sally auf Jo Robinson, Vertreterin der Gemeinschaft Women‘s Liberation Movement eine Gruppe von Frauen, die sich ebenfalls gegen Sexismus und die Diskriminierung von Frauen einsetzen. Nach einer weiteren zufälligen Begegnung mit Jo beschließt sie, der Gemeinschaft Women‘s Liberation Movement beizutreten. Sie wird zur Sprecherin der Gruppe ernannt, die die Women’s Liberation Movement in der Öffentlichkeit und in den Medien vertritt/repräsentiert. Gemeinsam planen die Frauen eine große Protestaktion, die während des Finales der Miss World stattfinden soll.

Währenddessen ist der 20. Miss World Wettbewerb bereits im vollen Gange. Aus der ganzen Welt reisen die Kandidatinnen nach London – darunter auch Miss Afrika Süd (Loreece Harrison), die als erste dunkelhäutige ihr Land vertritt. Ebenfalls ist dort die Miss aus Grenada (Gugu Mbatha-Raw) anwesend. Dieses Land ist im Jahr 1970 zum allerersten Mal bei der Wahl vertreten. Die beiden Frauen lernen sich während ihres Aufenthaltes in London näher kennen. Ihnen wird schnell klar, dass es gar unmöglich erscheint, zwischen den ganzen anderen weißen/hellhäutigen Missen, den Titel der Miss World zu gewinnen. Umso überraschender ist es für sie, dass beim Finale nicht die favorisierte Miss Schweden, sondern Jennifer Hosten aus Grenada zur Miss World ernannt wird. Durch ihren Sieg bekommt sie die Möglichkeit, auf die Chancenungleichheiten und Diskriminierung dunkelhäutiger Menschen aufmerksam zu machen und die aktuelle Situation zu ändern. Ebenfalls kann auch das Women’s Liberation Movement durch seinen Aufstand während des Finales, die notwendige Aufmerksamkeit für sich und die Unterdrückung und Einschränkungen der Frauen in der Gesellschaft erzeugen, auch wenn sie für ihre Aktion vor Gericht verurteilt werden. Die Wahl endet somit in doppelter Hinsicht historisch.

Der Film verdeutlicht nicht nur die Notwendigkeit für Veränderungen, sondern macht auch darauf aufmerksam, dass man sich immer fragen sollte, was Personen durch ihren Einsatz und ihre Taten negativ aber auch positiv bewirken und verändern können. Wettbewerbe wie Miss World sollten Frauen nicht dazu zwingen, in Konkurrenz zu treten, damit die Welt noch enger für sie wird. Stattdessen sollten solche Veranstaltungen in erster Linie dafür sorgen, dass sich durch die gegenseitige Unterstützung, den Austausch und die Thematisierung von Ungerechtigkeiten und gesellschaftlichen Problemen Perspektiven erweitern und konservative Meinungsbilder radikal aufgebrochen werden.

Frauen sind keine Minderheit und auch keine Objekte, die allein nach ihrem Aussehen beurteilt werden dürfen. Warum sollten Frauen sich ihr Ansehen in der Welt durch ihr Aussehen verdienen, wenn Männer dieses nicht tun müssen?

Ein Film, der auf eine sehr realistische und beeindruckende Art und Weise zum Nachdenken anregt und die Relevanz von Themen wie Female Support und gleiche Rechte für Frauen sehr gut aufgreift. Zusätzlich nimmt der Film internationale Protestbewegungen wie #BlackLivesMatter und #MeToo auf und verbindet diese auf eine sehr authentische Weise miteinander. In verschiedenen Szenen, aber vor allem auch am Ende des Filmes wird klar, was in Sachen Gleichberechtigung und Unabhängigkeit von Frauen schon erreicht wurde. Gleichzeitig wird jedoch deutlich, dass es damals noch besonders schwer war für Frauen, ihren eigenen Weg zu gehen. Der Film schärft noch einmal das Bewusstsein dahingehend, dass zu dieser Zeit vielleicht die ersten Weichen hinsichtlich der Gleichberechtigung für Frauen und Dunkelhäutige gestellt worden, die Gesellschaft aber noch relativ am Anfang dieser Veränderung/Entwicklung ist. Ebenso wird verdeutlicht, dass sich diese Entwicklung erst innerhalb der letzten 50 Jahre vollzog und sich deshalb vieles für Frauen verbessert hat, sodass sie ihre Ziele und Träume verwirklichen können.

Zudem mussten die im Film vorgestellten feministischen Aktivist*innen des Women’s Liberation Movement damals von ihren Familien Abstand nehmen, um den Weg zu gehen, den sie gewählt hatten und sich für ihre Freiheiten einzusetzen, da weder bei den Familien noch in großen Teilen der Gesellschaft Verständnis und Akzeptanz vorherrschte. Jede Frau ist auf ihre einzigartige Weise wunderschön! Doch besonders strahlt sie von innen und hat so viel mehr zu sagen, als ihr während dieser Zeit und auch noch heute in bestimmten Bereichen und einigen Ländern der Welt zusteht.

 

Autor: Ines Holstein

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Bilder: ©️ 2020 eOne Germany

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