Dir gefällt dieser Artikel?
Dann teile ihn mit deinen Freunden!

Eure Grundbedürfnisse: Was ihr wirklich braucht

Glücklich und zufrieden durchs Leben zu gehen, ist etwas, dass sich jede:r wünscht. Im Grunde ist es auch gar nicht so schwer, das zu erreichen. Denn für mehr Zufriedenheit braucht es oft nicht viel. Manchmal reicht es schon, grundlegende Bedürfnisse zu befriedigen und die Welt aus einem positiveren Licht zu betrachten.

Jede:r von uns hat Bedürfnisse, die erfüllt werden wollen. Diese können sehr individuell ausfallen. Es gibt aber auch ganz grundlegende Bedürfnisse, die unser Wohlbefinden maßgeblich beeinflussen.

Generelle Grundbedürfnisse

Der US-amerikanische Psychologe Abraham Maslow hat sich intensiv mit den menschlichen Grundbedürfnissen beschäftigt und festgestellt, dass manche Bedürfnisse Priorität vor anderen haben.

Seine Erkenntnisse hat Maslow in einer Pyramide dargestellt und in fünf Bedürfnisklassen aufgeteilt: Ganz unten stehen die körperlichen Bedürfnisse, die elementar für das Überleben sind. Nach oben hin werden die Bedürfnisse immer spezifischer bis hin zur Selbstverwirklichung.

Interessant dabei ist: Nur wenn die darunterliegende Ebene erfüllt ist, kann die nächsthöhere Stufe erreicht werden.

Je mehr Bedürfniskategorien erfüllt sind, desto

  • glücklicher sind wir,
  • desto mehr genießen wir unser Leben und
  • desto eher haben wir positive Gefühle.

Das bestätigt auch eine Studie aus dem Jahr 2011.

Psychologische Grundbedürfnisse Lernt eure Bedürfnisse kennen

An die Kategorien aus der Bedürfnispyramide knüpfen die vier psychischen Grundbedürfnisse nach Klaus Grawe an:

  • Das Bedürfnis nach Orientierung und Kontrolle: Das Leben selbstständig gestalten, Situationen kontrollieren, eigene Entscheidungen treffen
  • Das Bedürfnis nach Lustgewinnung/Unlustvermeidung: Interessantes erleben, Spaß bei Tätigkeiten haben und möglichst unangenehme, langweilige oder schmerzhafte Erlebnisse vermeiden
  • Das Bedürfnis nach Bindung: Beziehungen zu anderen Menschen eingehen
  • Das Bedürfnis nach Selbstwerterhöhung/ -schutz: Das Streben, sich selbst als gut, kompetent und von anderen wertgeschätzt zu fühlen

Diese Bedürfnisse sind evolutionär bedingt und daher bei allen Menschen vorhanden. Ihre Verletzung oder dauerhafte Nichtbefriedigung kann zu Schädigungen der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens führen.

Die Bedürfnispyramide nach Maslow

Lerne deine Bedürfnisse kennen

Ein erster Schritt zu mehr Wohlbefinden und Zufriedenheit besteht darin, euch und eure Bedürfnisse kennen zu lernen und euch intensiv mit der Frage zu beschäftigen, was ihr braucht, um glücklich und zufrieden zu sein. Dabei geht es auch darum herauszufinden, was ihr tun könnt, um eure Bedürfnisse zu befriedigen.

In welchen Situationen fühlt ihr euch besonders wohl: Unter engen Freund:innen? Oder wenn ihr einen Erfolg erzielt? Umgekehrt könnt ihr euch fragen, was euch gerade fehlt, wenn negative Gefühle aufkommen. Wenn ihr wisst, welches Bedürfnis bei euch momentan zu kurz kommt, könnt ihr es gezielt angehen und eure Situation verbessern.

Versucht bei eurer Tagesplanung, vor allem im Urlaub und am Wochenende, alle vier psychologischen Grundbedürfnisse zu berücksichtigen. Manchmal reichen schon Kleinigkeiten aus, um sie zu erfüllen.

Spezialfall LiebeSpezialfall Liebe

Liebe ist ein Grundbedürfnis, das besonders im Mittelpunkt steht: So ziemlich jede:r sehnt sich nach einer erfüllenden Partnerschaft. Gleichzeitig ist das Bedürfnis nach Liebe komplex und nicht immer leicht zu erfüllen. Komplex deswegen, weil Liebe für jede:n anders aussehen kann. Das ist allein schon an den verschiedenen Arten zu erkennen: Sie reichen von einer rein sexuellen Beziehung über eine feste Partnerschaft bis hin zu einer offenen Beziehung. Noch dazu durchläuft jedes Paar verschiedene Phasen, in denen das Verliebtheitsgefühl unterschiedlich stark und unterschiedlich erfüllend ist.

Nicht leicht zu erfüllen ist das Bedürfnis nach Liebe auch deswegen, weil sich das Gefühl nicht erzwingen lässt und sich nicht auf Knopfdruck ein potenzielle:r Partner oder eine Partnerin für eine bereichernde Beziehung findet. Ganz im Gegensatz zu vielen anderen Grundbedürfnissen, für deren Befriedigung wir selbst sorgen können.

Akzeptiert euch selbst

Zwei wichtige Schlüssel zu mehr innerer Zufriedenheit sind Selbstakzeptanz und Selbstliebe. Niemand kann mit seinem Leben zufrieden sein, wenn er:sie sich selbst nicht ausstehen kann. Wir neigen dazu, mit uns selbst viel zu hart ins Gericht zu gehen und pausenlos an uns herumzunörgeln. Klar, jede:r hat Körperpartien, Charaktereigenschaften oder Schwächen, die er:sie an sich nicht mag. 

Schließlich ist niemand perfekt. Der Unterschied besteht darin, wie wir damit umgehen. Eure:r besten Freund:in würdet ihr auch nicht ständig ihre:seine Macken vorhalten – warum tut ihr euch selbst das dann an? Stattdessen akzeptiert ihr sie:ihn so, wie sie:er ist, mit allem, was sie:ihn ausmacht.

Genau so solltet ihr euch selbst behandeln: Wie ein:e gute:r Freund:in. Konzentriert euch auf eure guten Eigenschaften und eure Stärken und auf das, was ihr besonders an eurem Körper besonders mögt. Akzeptiert eure Schwächen und Macken und nehmt sie als Teil von euch an.

Ihr müsst nicht alles an euch toll finden. Ihr müsst es einfach nur so annehmen, wie es momentan eben ist. Erst, wenn euch das gelingt, könnt ihr anfangen, etwas zu verändern – sofern ihr das überhaupt möchtet.

Denkt positiv

Wir sind meistens sehr gut darin, in allem etwas Schlechtes zu sehen und das berühmte „Haar in der Suppe“ zu finden. Dieser Fokus auf das Negative im Leben ist eine üble Angewohnheit, die uns ständig nörgeln lässt und unzufrieden macht. Umso erstaunter werdet ihr sein, wenn ihr ab sofort versuchst, positiv zu denken und ausnahmslos jeder Situation etwas Gutes abzugewinnen.

Fragt euch im Laufe des Tages immer wieder „Was ist jetzt gerade gut an meiner Situation?“. Reflektiert bei allem scheinbar Schlechten, das euch widerfährt, und allen Missgeschicken, die euch passieren, ob sie wirklich so übel und es wert waren, dass ihr euch so darüber geärgert habt. Ihr werdet schnell merken, dass sich immer etwas Positives finden lässt.

Überlegt euch außerdem vor dem Zubettgehen drei Dinge, über die ihr euch an diesem Tag gefreut habt. Dadurch verändert ihr euren Fokus weg vom Negativen hin zu mehr Optimismus und Zufriedenheit.

Seid achtsam

Lernt, euch über die kleinen Dinge zu freuen. Das macht zufriedener als nur ab und zu einen intensiven Glücksmoment zu erleben.

Nehmt jeden Moment bewusst und mit allen Sinnen wahr und ihr werdet sehen, dass scheinbar selbstverständliche Dinge wie schönes Wetter oder die Sonne auf eurer Haut eine echte Glücksquelle sein können.

Dabei hilft es, euch auf das Hier und Jetzt zu fokussieren, anstatt der Vergangenheit nachzuhängen oder über die Zukunft zu grübeln.

Seid dankbar

Wenn ihr dankbar seid, richtet ihr euren Fokus automatisch auf alles Gute in eurem Leben und weg von dem, was euch fehlt. Schreibt all die Dinge auf, für die ihr dankbar sein könnt. Wenn euch das schwerfällt, könnt ihr mit ganz grundlegenden Dingen beginnen wie „Ich bin gesund“, „Ich habe keine Schmerzen“ oder „Ich habe einen Job, der mir Spaß macht“.

Nichts davon ist selbstverständlich und wenn ihr euch dessen bewusstwerdet, fühlt ihr euch sofort besser. Viele Menschen führen auch ein sogenanntes Dankbarkeitstagebuch. Dort schreiben sie regelmäßig rein, wofür sie dankbar sind.

 

 

Bild 1: stock.adobe.com © Martin Villadsen # 330592946

Bild 2: stock.adobe.com © Yakobchuk Olena # 213498752

Bild 3: stock.adobe.com © nenetus # 319165640

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.